Leo Rasch: „Roland Barthes: Poststrukturalistische Gastronomie“

Im Zuge des „Kolloquiums zur französischen Philosophie“ hält diesmal Leo Rasch einen Vortrag über “Roland Barthes: Poststrukturalistische Gastronomie”.

„Es sollen zwei Texte von Roland Barthes einander antithetisch gegenübergestellt werden: einmal seine Essays zur französischen Küche, die in den Mytholgies veröffentlicht wurden und zum anderen seine Ausführungen zur japanischen Küche, die in L’empire des signes zu finden sind. Antithetisch, weil die beiden Texte innerhalb der alteuropäischen Dichotomie von Schein und Sein entgegengesetzte Gewichtungen vornehmen. Während in den Mythologies die versteckte Ideologie der Massenkultur offengelegt werden soll, feiert Barthes bei der japanischen Küche die sinnliche Oberflächlichkeit. Man könnte von einer hermeneutischen Haltung einerseits und einer poststrukturalistischen andererseits sprechen.

Zu guter Letzt soll anhand eines dritten Textes, S/Z, in dem Barthes eine poststrukturalistische Texttheorie entwickelt, ein Erklärungsversuch gewagt werden, wie es zu einem Übergang von der einen Haltung zur anderen kommen konnte. Wenn die Mythologiesdem Wahrhaftigen und L’empire des signes dem Scheinbaren galten, so könnte S/Z als ein Programm verstanden werden, das Unscheinbare als Gegensatz des Scheinbaren zu etablieren – ohne es deshalb mit dem Wahrhaftigen gleichzusetzen!“

Das Thema des Kolloquiums ist dieses Jahr : „Das Scheinbare und das Unscheinbare“

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen

Beginn ist 18 Uhr c.t.

Hier finden Sie das Plakat der Veranstaltung. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Sergio Genovesi: i.sergiogenovesi@gmail.com

Datum: 21.05.2019
Veranstaltungsort: Tagungsraum des Internationalen Zentrums
2. Etage
Aufzug vorhanden